Hohe Unterschiede in der Rentenanpassung nicht nachvollziehbar

Veröffentlicht am 18.06.2013 in Presse

In der Vorstandssitzung des SPD-Ortsvereins Frontenhausen Anfang Juni, zu der Vorsitzender Hartmut Manske der SPD-Kreisvorsitzenden Dr. Bernd Vilsmeier begrüßen konnte, ging die Vorstandschaft nochmals auf das Thema Rente ein.

Mit den aktuellen Zahlen über die Erhöhung der Renten zum 1. Juli 2013 von 3,29 Prozent im Osten und 0,25 Prozent im Westen stimmte Hartmut Manske die Anwesenden auf die Materie ein. In einer Zeit der immer älter werdenden Gesellschaft stellt sich auch innerhalb der SPD die Frage, welchen Wert die Lebensarbeitszeit eigentlich hat. Die kommende Rentenerhöhung wird von den Betroffenen im Westen als eine Nullnummer betrachtet, bedenkt man die Inflationsrate von 1,5 Prozent. Dabei geht es hier nicht um eine Neiddebatte, sondern um den sozialen Ausgleich derer in Ost und West, die ohnehin am Existenzminimum leben. Eine Verbesserung dieser Lebenslage erfolgt allerdings nur über die Verlängerung der Lebensarbeitszeit nach dem 65. Lebensjahr. „In der Entscheidung zur Erhöhung des Rentenalters sichert die Bundesregierung gleichzeitig Millionen für Banken und die Wirtschaft. Dass die Rentnerinnen und Rentner in ganz Deutschland den heutigen Wohlstand erarbeitet haben, fällt dabei unter den Tisch“, so Vorsitzender Hartmut Manske. Der stellvertretende Vorsitzende David Dick merkte an, dass das derzeitige Rentensystem in Deutschland ein Problem sei, dem die meisten Staatsbürger ausgeliefert sind. Die Ruheständler wüssten zwar durch den Rentenbescheid, wie viel ihnen zusteht, aber nicht, wieso gerade diese Zahl auf dem Papier steht. Das System mit Entgeltpunkten, Zugangsfaktor, Rentenfaktor und dem aktuellen Rentenwert sei nur schwer zu durchschauen und unverständlich. Dass dieses Unverständnis zu großem Unmut in der Bevölkerung führt, könne man sehr wohl nachvollziehen. Dabei komme erschwerend dazu, dass in den meisten Fällen der Rentenanspruch sehr niedrig ist. Der Staat vertrete die Meinung, dies sei in Ordnung, denn man solle ja auch selbst vorsorgen. David Dick fragt sich dabei: „Wollen wir das wirklich? Wollen wir eine schleichende Privatisierung der Altersvorsorge, bei der die Kapitalwirtschaft der Nutznießer ist? Wollen wir, dass wir nicht wissen, wieso wir das Geld verdienen, das wir durch die Lebensarbeitszeit als Altersvorsorge bekommen?“ Für ihn als jungen Erwerbstätigen sei es schon ein beklemmendes Gefühl, wenn er an die staatliche Rente im Alter denke. Eine private ergänzende Altersvorsorge, bei der nur die Versicherungswirtschaft verdient, sei ein Pokerspiel, wenn man von den sinkenden Renditen der privaten Rentenversicherungen ausgeht. Aus Sicht der SPD verwies Dr. Bernd Vilsmeier auf den Beschluss des Parteiprogramms, Änderungen zur Verbesserung der Rentensituation bei einer Ablösung der Schwarz- Gelben Regierung vorzunehmen. Einzelheiten hierzu können aus dem Parteiprogramm der SPD entnommen werden. Zu dem Thema Rente referiert Rentenexperte und Bundestagskandidat Harald Unfried aus Landshut am Donnerstag den 18. Juli um 19 Uhr in Frontenhausen im Gasthaus „Zur Post“. Interessierte Bürger sind herzlich eingeladen.

 

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